Frecciarossa nach München aus Rom und Mailand werden in Deutschland und Österreich getestet. Ferrovie dello Stato erklärt, dass die von Trenitalia betriebenen Züge zunächst die internationale Zulassung abschließen müssen, bevor Fahrgäste einsteigen können.
Welche Frecciarossa nach München Verbindung ist schneller?
Die geplante Fahrt ab Mailand soll rund zwei Stunden kürzer dauern als die Verbindung ab Rom.
FS plant derzeit vier Verbindungen auf den beiden Korridoren:
| Strecke | Ungefähre Fahrzeit | Wichtige Zwischenhalte |
|---|---|---|
| Mailand–München | 6 Stunden 30 Minuten | Brescia, Verona, Rovereto, Trento, Bozen und Innsbruck |
| Rom–München | 8 Stunden 30 Minuten | Florenz, Bologna, Verona, Rovereto, Trento, Bozen und Innsbruck |
Beide Verbindungen würden über Innsbruck und den Brennerkorridor die Alpen queren. Reisende aus mehreren norditalienischen Städten erhielten damit einen Direktzug nach Bayern; der Zug aus Rom würde außerdem Fahrgäste in Florenz und Bologna aufnehmen.
Wie werden die Züge für den grenzüberschreitenden Verkehr angepasst?
Die Züge müssen mit den unterschiedlichen Stromsystemen und Zugsicherungssystemen der italienischen, österreichischen und deutschen Bahnnetze zurechtkommen.
FS entwickelt das Vorhaben gemeinsam mit der Deutschen Bahn und ÖBB. Eine Vereinbarung zwischen Trenitalia und der Deutschen Bahn soll den Austausch technischen Wissens ermöglichen, die Zulassung beschleunigen und die Kosten dafür begrenzen.
Die Ausbildung deutscher und österreichischer Lokführer begann bereits während des Baus der Prototypen. Die Testfahrten in beiden Ländern gehören nun zum internationalen Zulassungsverfahren.
Die Frecciarossa-Plattform erfüllt europäische technische Standards, die den Einsatz von Zügen in mehreren nationalen Netzen erleichtern sollen. Sie wurde für Italien sowie Frankreich, Deutschland, Spanien, Österreich, die Schweiz, die Niederlande und Belgien entwickelt. In jedem Markt bleibt jedoch ein eigenes Zulassungsverfahren nötig.
Was verändert der Brenner-Basistunnel?
Der Brenner-Basistunnel soll die Fahrzeiten nach seiner Eröffnung um etwa eine Stunde verkürzen.
FS will den Verkehr zwischen Italien und Deutschland ab Dezember 2028 auf zehn Verbindungen ausbauen. Zunächst soll das Netz Mailand, Rom und München verbinden, später sind Erweiterungen nach Neapel und Berlin vorgesehen.
Der Betreiber erwartet zudem, dass die neuen Züge Bahnreisen über die direkt bedienten Städte hinaus erleichtern. Frankfurt und Krakau nennt FS als mögliche Quellen zusätzlicher Nachfrage.
Wie die Verbindungen in die europäische Expansion von FS passen
Das Projekt in Deutschland und Österreich führt die internationale Strategie von FS fort, die bereits nach Frankreich und Spanien ausgeweitet wurde.
FS-Chef Gianpiero Strisciuglio bezeichnete die Partnerschaft mit Deutscher Bahn und ÖBB als Teil einer geplanten Hochgeschwindigkeits-„European Metro“. Das Konzept soll grenzüberschreitende Bahnreisen zwischen europäischen Regionen und Großstädten vereinfachen.
Die Gruppe verfolgt außerdem das Ziel, bis 2029 durch den Kanaltunnel das Vereinigte Königreich zu erreichen. Dieses Vorhaben ist von den München-Verbindungen getrennt und erfordert eigene Zulassungen und Betriebsvereinbarungen.
Was Reisende jetzt tun sollten
Reisende sollten das Zulassungsverfahren, die endgültigen Fahrpläne und den Ticketverkauf abwarten, bevor sie die geplanten Fahrten als gesichert betrachten.
Praktisch ändert sich zunächst vor allem die Reiseplanung. Wer zwischen Italien, Österreich und Süddeutschland unterwegs ist, kann die Bestätigung des Starts abwarten und die späteren Fahrpläne mit bestehenden Bahn- und Flugangeboten vergleichen.
Bei erfolgreicher Zulassung würden die Züge direkte Fahrten von Mittel- und Norditalien über Innsbruck nach München ermöglichen. Preise und Buchungsstart wurden noch nicht genannt.



