Eine Delta Notfallabsenkung endete am Sonntagabend in Las Vegas: Eine Boeing 737 von Los Angeles nach Salt Lake City hatte in rund 10.700 Metern Höhe (35.000 Fuß) ein Problem mit dem Kabinendruck. Auf Flug DL-2311 lösten sich die Sauerstoffmasken für die 181 Passagiere und Crewmitglieder an Bord aus.
Die Maschine überflog gerade die Mojave-Wüste, als das Problem auftrat. Die Piloten erklärten gegenüber der Flugsicherung in Las Vegas einen Notfall und baten um einen schnellen Sinkflug.
Delta Notfallabsenkung führte die Maschine auf rund 2.740 Meter
Die Piloten beantragten einen raschen Sinkflug auf rund 2.740 Meter (9.000 Fuß). In dieser Höhe ist die Luft dichter, sodass weniger zusätzlicher Sauerstoff benötigt wird.
Beide Piloten setzten luftdichte Vollgesichts-Sauerstoffmasken mit Mikrofonen auf, bevor sie die Flugsicherung kontaktierten. Im Funkverkehr bestätigten sie, dass die Masken auch in der Passagierkabine heruntergefallen waren.
Bei einem schnellen Sinkflug verliert ein Flugzeug deutlich rascher an Höhe als beim normalen Landeanflug. Kann der Kabinendruck in Reiseflughöhe nicht gehalten werden, steuern Piloten eine Höhe an, in der Passagiere und Besatzung ohne das Sauerstoffsystem über den Sitzen atmen können.
Das Manöver kann beunruhigend wirken, ist bei Druckverlust aber die vorgesehene Reaktion. Flugbegleiter sind dafür ausgebildet, sofort eine Maske aufzusetzen, sich hinzusetzen und anzuschnallen, weil der steile Sinkflug binnen weniger Augenblicke beginnen kann.
Nach dem Auslösen der Masken bleiben Passagieren nur Sekunden
Nach Angaben der Federal Aviation Administration können Insassen in großer Höhe nur 30 bis 60 Sekunden Zeit haben, eine Sauerstoffmaske aufzusetzen, bevor Sauerstoffmangel ihre Handlungsfähigkeit beeinträchtigt.
Bei Sauerstoffmangel erhält der Körper nicht genug Sauerstoff. Erste Folgen können Euphorie und Koordinationsstörungen sein, sodass Betroffene eine Maske möglicherweise nicht mehr ohne Hilfe aufsetzen können. Danach kann Bewusstlosigkeit eintreten.
Flugzeugkabinen stehen unter Druck, damit Reisende auch in dünner Luft in großer Höhe normal atmen können. Die Passagiermasken der Boeing 737 sind so ausgelegt, dass sie bei einer Kabinenhöhe von mehr als rund 4.270 Metern (14.000 Fuß) auslösen. Dieser Wert beschreibt den Luftdruck in der Kabine.
Deshalb können Masken herunterfallen, obwohl Passagiere keinen offensichtlichen Defekt erkennen. Reisende sollten die Maske sofort über Nase und Mund ziehen und den Anweisungen der Kabinencrew folgen, statt auf eine Erklärung zu warten.
Die Boeing 737 war 14 Jahre alt
Bei dem Flugzeug handelte es sich um eine 14 Jahre alte zweistrahlige Boeing 737 mit dem Kennzeichen N934DZ.
- Flug: DL-2311
- Triebwerke: Zwei CFM International CFM56
- Abflug: Los Angeles
- Geplantes Ziel: Salt Lake City
- Ausweichflughafen: Las Vegas
Delta bezeichnete den Vorfall als unerwartetes Problem mit dem Kabinendruck. Die Fluggesellschaft nannte keine Ursache für die Störung.
Delta: Piloten handelten nach ihren Verfahren
Delta erklärte, die Cockpitbesatzung habe die vorgesehenen Verfahren angewandt, um das Flugzeug sicher auf eine geeignetere Höhe zu bringen.
Die Fluggesellschaft entschuldigte sich bei ihren Kunden für das Erlebnis und dankte Piloten, Kabinencrew und Bodenpersonal für ihren Einsatz. Angaben zur Weiterreise der Passagiere nach der Umleitung liegen nicht vor.
Was der Vorfall für Reisende bedeutet
Passagiere, deren Flug umgeleitet wird, sollten die Anweisungen der Fluggesellschaft zur Ersatzbeförderung befolgen und ihre Buchung auf aktualisierte Fluginformationen prüfen.
Wer auf einem künftigen Flug heruntergefallene Sauerstoffmasken erlebt, sollte zuerst die eigene Maske aufsetzen, bevor er anderen hilft. Es können ein schneller Sinkflug und eine ungeplante Landung folgen; Passagiere sollten daher sitzen bleiben und angeschnallt sein, wenn die Crew dazu auffordert.



