Die FAA-Regel für Getränke gilt ab 1. September bei US-Airlines: Crews müssen von der Airline bereitgestellte Becher vor dem Pushback einsammeln, um Gefahren in der Kabine zu verringern. Passagiere der First Class haben damit weniger Zeit für Getränke, die während des Boardings serviert werden.
Die Vorgabe betrifft Einweg- und Mehrwegartikel. Besonders spürbar dürfte sie in Premiumkabinen sein, weil dort während des Einstiegs häufiger Getränke angeboten werden.
Was die FAA-Regel für Getränke umfasst
Airlines müssen Speisen, Getränke, Becher und weiteres Servicegerät entfernen oder sichern, bevor sich das Flugzeug am Boden in Bewegung setzt.
Das gilt für Papier- und Plastikbecher ebenso wie für wiederverwendbare Gläser und anderes Geschirr. Auch Tabletts, Servicewagen und Gegenstände, die den Gang blockieren könnten, müssen gesichert werden.
Für Crews wird der Pushback damit zum Stichtag für das Abräumen. Zuvor konnte dies noch während der Sicherheitsvorführung oder beim Rollen erfolgen. Airlines, die beim Boarding Getränke ausgeben, müssen früher beginnen und Becher schneller wieder einsammeln.
Die zugrunde liegende Vorschrift stammt aus dem Jahr 1992
Die FAA setzt eine Bestimmung durch, die seit 1992 besteht, bislang aber vor dem Pushback nicht so streng auf Einwegbecher angewandt wurde.
Nach 14 CFR §121.577 darf sich ein Flugzeug am Boden nicht bewegen, solange von der Airline bereitgestellte Speisen, Getränke oder Geschirr an den Passagiersitzen stehen. Die Regel soll verhindern, dass lose Gegenstände und Serviceausrüstung eine Evakuierung behindern.
Bisher hatten Crews mehr Zeit, Becher einzusammeln, während das Flugzeug zum Rollen vorbereitet wurde. Die strengere Auslegung verlangt, dass Kabine und Bordküchen bereit sind, bevor das Flugzeug das Gate verlässt.
Airlines passen ihren Service beim Boarding an
Delta Air Lines hat Flugbegleiter Berichten zufolge angewiesen, den Getränkeservice vor dem Abflug früher zu beginnen, damit die Becher rechtzeitig eingesammelt werden können.
Auch United Airlines soll seine Kabinencrews über die Änderung informiert haben. JetBlue Airways hatte seine Flugbegleiter laut dem Luftfahrt-Insider JonNYC am 22. August noch nicht benachrichtigt.
Wie alle Fluggesellschaften ihren Service anpassen, ist noch offen. Eine nicht namentlich genannte Branchenquelle hielt es für möglich, dass manche Airlines Getränke vor dem Abflug auf Schmalrumpfflugzeugen einschränken oder ganz weglassen. Dort sind Boardingzeit und Platz in der Kabine begrenzt.
Eigene Getränke fallen in eine andere Kategorie
Ein Getränk, das ein Passagier im Terminal gekauft oder selbst mit an Bord genommen hat, gilt nicht als von der Airline bereitgestellter Serviceartikel. Es muss daher nicht als Airline-Geschirr eingesammelt werden.
Ein eigener Becher oder eine Flasche zählt jedoch zum Handgepäck und muss verstaut werden, wenn die Crew dazu auffordert. Reisende müssen die Anweisungen des Kabinenpersonals weiter befolgen, besonders wenn die Kabine für den Abflug gesichert wird.
Das bedeutet nicht, dass Passagiere während jeder Phase der Bodenbewegung ein Heißgetränk in der Hand behalten dürfen. Die Unterscheidung besagt lediglich, dass die Crew es nicht als Airline-Geschirr einsammelt.
Was sich für Passagiere ab 1. September ändert
Passagiere sollten damit rechnen, dass von der Airline servierte Becher vor dem Pushback abgeräumt werden, auch wenn das Getränk noch nicht ausgetrunken ist.
Reisende müssen ihre Flugpläne nicht ändern. Sie sollten aber nicht mit viel Zeit für ein Getränk vor dem Start rechnen. Wer ein eigenes Getränk dabeihat, sollte es zusammen mit dem übrigen Handgepäck sicher verstauen können, sobald die Crew dazu auffordert.
Die Verfahren können je nach Airline weiterhin unterschiedlich sein. Wer Wert auf einen Getränkeservice vor dem Abflug legt, sollte kurz vor der Reise die aktuellen Serviceinformationen seiner Fluggesellschaft prüfen.



