Der Airbus-Streik in Spanien könnte am Montag, dem 24. August, ausgesetzt werden: Vertreter von CGT, UGT und ÚTIL stimmen über ein neues Unternehmensangebot ab. Der unbefristete Ausstand soll am Dienstag an spanischen Standorten beginnen, darunter Tablada in Sevilla, nachdem die Tarifverhandlungen festgefahren waren.
Airbus-Streik in Spanien: Neues Angebot koppelt Löhne an Inflation
Das überarbeitete Paket umfasst fünf Punkte, mit denen die Verhandlungen wieder in Gang kommen sollen:
- Lohnerhöhungen, die an den Verbraucherpreisindex gekoppelt sind und den Kaufkraftverlust der Beschäftigten ausgleichen sollen.
- Rücknahme einer Berufung beim Obersten Gerichtshof zum Bradford-System zur Überwachung von Fehlzeiten.
- Rückzahlung von Beträgen, die Beschäftigten im Rahmen dieses Systems abgezogen wurden.
- Beibehaltung der bisherigen Regelungen zu Homeoffice und Urlaub.
- Weitere Gespräche über Kantinen, Transport, flexible Arbeitszeiten, Tätigkeitsklassifikationen und Verfahren zur Beilegung von Streitfällen.
Airbus hat den Prozentsatz der in seinem jüngsten Angebot vorgesehenen Lohnerhöhung öffentlich nicht genannt.
Vor den Betriebsversammlungen am Montag haben die Gewerkschaften zu einer dreistündigen Arbeitsniederlegung aufgerufen. Dort sollen Vertreter das Angebot erläutern, bevor über die Aussetzung des umfassenderen Arbeitskampfs entschieden wird.
Nach knapp abgelehntem Abkommen
Die Beschäftigten hatten zuvor eine von Airbus mit Sipa und CCOO ausgehandelte Vereinbarung abgelehnt: 49,15 % stimmten dagegen, 45,95 % dafür.
Danach wandte sich Airbus an den Interconfederal Mediation and Arbitration Service, kurz SIMA, um professionelle Vermittlung einzuschalten. Das Unternehmen beauftragte zudem Baker McKenzie mit externer Rechtsberatung, um die seit mehreren Wochen blockierten Gespräche wiederzubeleben.
Bleibt der Ausstand bestehen, sollen am 25. August tägliche Verhandlungen in den Büros von SIMA-FSP beginnen. Die Parteien können jedoch einen anderen Zeitplan vereinbaren.
Tablada unter Produktions- und Lieferdruck
Ein unbefristeter Ausstand in Tablada würde die Produktion und die Auslieferungspläne des militärischen Transportflugzeugs Airbus A400M unmittelbar treffen.
Der Standort Sevilla ist ein wichtiger spanischer Standort von Airbus Defence and Space und mit der Endmontagelinie des A400M verbunden. Ein längerer Arbeitskampf würde damit über den unmittelbaren Konflikt am Arbeitsplatz hinausreichen und die Luftfahrtproduktion in der Region beeinträchtigen.
Die geplante Aktion betrifft auch weitere Airbus-Standorte in Spanien. Das Werk in Sevilla ist wegen seiner Rolle im Militärflugzeugprogramm jedoch besonders bedeutsam.
Wechsel in der Personalführung während des Konflikts
Soledad Muñoz hat Antonio Lasada als Personalchefin von Airbus Spanien abgelöst, während die Verhandlungen weiterlaufen.
Der Führungswechsel erfolgt, während der Druck der Gewerkschaften das Management von Airbus dazu bewegt, seinen Umgang mit dem Konflikt zu überprüfen. Das Unternehmen hat die Personalentscheidung nicht offiziell mit dem Tarifkonflikt verknüpft.
Worauf Reisende jetzt achten sollten
Für Reisende ist der 24. August der entscheidende Termin, an dem die Gewerkschaften über den unbefristeten Ausstand entscheiden.
Der Konflikt betrifft Flugzeugwerke und nicht einen angekündigten Streik bei einer Fluggesellschaft oder einem Flughafen. Allein deshalb müssen Passagiere ihre bestehenden Flugbuchungen nicht ändern.
Reisende sollten ihre Pläne beibehalten, solange eine Fluggesellschaft oder ein Flughafen keine gesonderte Betriebsmitteilung veröffentlicht. Sollte die Aussetzung abgelehnt werden, beginnen am 25. August der Ausstand und die täglichen Vermittlungsgespräche.



