Die visumfreie Einreise Thailand wird für Inhaber von EU-Pässen ab 15. September auf 30 Tage begrenzt. Damit halbiert Thailand die bisherige Aufenthaltsdauer von 60 Tagen. Die umfassendere Kürzung betrifft Touristen aus mehr als 60 Ländern und Gebieten und folgt auf Sorgen wegen Straftaten und unerlaubter Geschäftstätigkeit einiger Ausländer.
Visumfreie Einreise Thailand: Drei Länder erhalten mehr Zeit
Passinhaber aus Peru, Brasilien und Südkorea dürfen sich ab 15. September 90 statt bisher 60 Tage ohne Visum im Land aufhalten.
Das bestehende Befreiungssystem umfasst mehr als 90 Länder, darunter die 29 Mitglieder des Schengen-Raums. Das thailändische Außenministerium hat für Reisende aus rund 20 weiteren Ländern noch keine Entscheidung getroffen.
Die offenen Fälle bedeuten, dass die neuen Regeln nicht für alle derzeit befreiten Nationalitäten gleichermaßen gelten. Reisende sollten daher die Regelung für den Pass prüfen, den sie nutzen wollen, statt von einer einheitlichen Regel für alle auszugehen.
Besucher können weiterhin eine Verlängerung beantragen
Wer ohne Visum einreist, kann eine einmalige Verlängerung beantragen. Ob sie genehmigt wird, entscheidet jedoch ein Einwanderungsbeamter.
Das kann Reisenden helfen, die länger bleiben möchten. Eine feste Reiseroute sollte aber nicht auf einer Verlängerung beruhen, die noch nicht bewilligt wurde.
Die Visum-Alternative für längere Aufenthalte
Mit dem Destination Thailand Visa sind Aufenthalte von bis zu 180 Tagen je Einreise möglich. Inhaber können eine weitere Verlängerung von bis zu 180 Tagen beantragen.
Antragsteller müssen mindestens 500.000 Baht (ca. 13.000 €) auf einem Bankkonto nachweisen. Remote-Arbeitende müssen zudem belegen, dass sie außerhalb Thailands beschäftigt sind.
Das Visum ermöglicht damit deutlich längere Aufenthalte als die visumfreie Einreise. Dafür gelten finanzielle und dokumentarische Vorgaben, die bei einem gewöhnlichen Kurzurlaub nicht erforderlich sind.
Festnahmen ausländischer Staatsangehöriger bilden den politischen Hintergrund
Jüngste Fälle betrafen Ausländer, denen Drogendelikte, Sexhandel oder der Betrieb von Unternehmen ohne die nötigen Genehmigungen vorgeworfen wurden.
Zu den betreffenden Unternehmen zählten Hotels und Schulen. Die öffentlich beachteten Festnahmen fielen mit der Überprüfung zusammen, wie lange Besucher ohne Visumantrag bleiben dürfen.
Thailand versucht dabei, diese Bedenken mit der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus in Einklang zu bringen. Die Branche trägt mehr als 10 % zum Bruttoinlandsprodukt des Landes bei.
Seit Beginn des Jahres 2026 hat das Land fast 21 Millionen ausländische Besucher begrüßt. Das sind 3 % weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Besucherzahlen haben zudem noch nicht wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht.
Was Reisende vor der Buchung tun sollten
Reisende sollten die Länge ihrer Reise an der bestätigten Aufenthaltsdauer für ihren Pass ausrichten, bevor sie Unterkünfte oder Verkehrsmittel für einen längeren Zeitraum verbindlich buchen.
- Die Reiseroute an der bei Einreise erlaubten Aufenthaltsdauer ausrichten, nicht an einer möglichen Ermessensentscheidung über eine Verlängerung.
- Vor nicht erstattungsfähigen Buchungen für längere Reisen die normale Verlängerung mit dem Destination Thailand Visa vergleichen.
- Die erforderlichen Bank- und Arbeitsnachweise vor dem Antrag auf das Visum für längere Aufenthalte vorbereiten.
- Bei Nationalitäten, deren Status noch offen ist, die Entscheidung des Außenministeriums abwarten und nicht von der Fortgeltung der bisherigen Frist ausgehen.
Wer rund um die Umstellung reist, sollte die aktuelle Konsularregelung vor der Abreise prüfen. Entscheidend sind Nationalität, geplante Aufenthaltsdauer und die Frage, ob statt der visumfreien Einreise ein Visum infrage kommt.



